Schichtarbeit und die richtige Erholung

Schichtarbeit und die richtige Erholung

20. März 2020 0 Von Marek77

Die Methoden der Erholung können für jeden Menschen sehr unterschiedlich sein. Für manche bedeutet Erholung Bewegung oder Reisen, für andere ist es wiederum die Ruhe und das einfache Nichtstun. Und nicht wenige entspannen am besten im Theater, beim Lesen oder Musikhören. Doch egal, wie unterschiedlich die Methoden auch sein mögen, das Ziel sollte sein, abzuschalten und wieder Kraft für das Berufs und Privatleben zu sammeln. Erholung hat in der heutigen Zeit und der hektischen Arbeitswelt eine wachsende Bedeutung bekommen. Erstens, weil die Möglichkeiten dafür immer seltener werden. Zweitens, weil sich viele Freizeit und Erholung nicht mehr leisten können. Sprich: Überstunden, Zweitjobs, Wochenendarbeit.        

So sind Entspannung, Freizeit und Erholung schon fast harte Arbeit geworden. Der tägliche Stress, sowohl beruflich wie auch privat, lässt sich nicht auf Knopfdruck abstellen. Familie, Kinder, Beruf und vor allem die Schichtarbeit fordern uns einiges ab und lassen unser Bedürfnis nach Erholung und Entspannung ignorieren. Mit fatalen Folgen!!!

Warum ist Erholung so wichtig für uns?

Unser Körper braucht nicht nur physische, sondern auch psychische Regeneration. Ähnlich wie bei der Stressreaktion finden auch bei Erholungsreaktionen viele körperliche Prozesse statt, die einen großen Teil des Nervensystems steuern. Blutdruck, Herzfrequenz und Atmung fahren runter. Die physiologische und psychologische Wiederherstellung kommt idealerweise wieder ins Gleichgewicht. Ohne Erholungsphasen kann es schnell zu Überlastung und Erkrankungen kommen. Hierbei sind Herzkrankheiten, Magen oder Verdauungsprobleme, geschwächtes Immunsystem, herabgesetzte Libido, Erschöpfung und Depressionen die häufigsten die auftreten können.

Was bedeutet Erholung bzw. Entspannung eigentlich für uns?

Erholung hat grundsätzlich für die meisten von uns einen hohen Stellenwert. Viele von uns verbinden Entspannung bzw. Erholung mit Nichtstun oder Urlaub. Andere wiederum sind bei ihren Erholungsphasen eher bewegungsorientiert. Hierbei spielt sicherlich die berufliche Tätigkeit und das Alter eine wichtige Rolle. Für jüngere Menschen hat Erholung viel mit sozialen Unternehmungen zutun. Ältere bevorzugen Haus- Gartenarbeit oder Lesen. Man muss für sich herausfinden, bei welchen Aktivitäten man gut abschalten kann und wie man die gut in die Erholungszeit integrieren kann.

Schaut man sich die Aktivitäten genauer an, die wir zur Erholung nutzen, fällt auf, dass Frauen im Gegensatz zu Männern unterschiedlich entspannen. Frauen bevorzugen Entspannungsübungen oder das Alleinsein. Männer entspannen gerne bei einem Film, im Internet oder bei einem Gläschen Alkohol.

Welche Art der Erholung könnte die Richtige für mich sein?

Im Grunde genommen gibt es drei Arten der Erholung.

  1. Die Aktive, sprich die bewegungsorientierte Erholung.                                                    

Bei der aktiven Erholung geht es um Beschäftigungen, die zum einen entspannend wirken und zum anderen einem gewissen Aktionismus mit sich bringen, der für berufliche und private Ablenkung sorgt. Dazu zählen, das Reisen, Haus/Gartenarbeit, das Schreiben, fotografieren, Spaziergänge, Wandern und einige Sportarten, wie z.B. Yoga und Tai-Chi. Hinzu kommen kulturelle Ereignisse, wie das Theater, Kino, Konzerte und soziale bzw. gemeinsame Unternehmungen.

2. Die sportliche Erholung.

Bei der sportlichen Erholung rückt die körperliche Bewegung stark in den Vordergrund. Hier geht es nicht selten darum sich auszupowern und so den Körper in einen Zustand zu zwingen, wo die Entspannung erzwungen wird. Zur möglichen Entspannungsfeldern zählen: Sportarten aller Art, Tanzen oder Bergsteigen.

3 .Die passive Erholung.

Die passive Erholung beruht eher auf Ruhe und dem körperlichen Wenig bzw. Nichtstun. Vereinfacht dargestellt, geht es hier darum, die Seele baumeln zu lassen. Mögliche Entspannungsarten sind: Lesen, TV/Internet, Massagen, Saunagänge, Wellnessangebote, Entspannungsbäder.

Selbstverständlich gibt es Mischtypen, die ihre Erholungsphasen kombinieren. So können kulturell interessierte ihren Bewegungsdrang bei Städtereisen nachkommen und sportlich aktive durchaus ein Buch auf der Sonnenliege lesen. Auch bei den ruhigen Typen handelt es sich nicht immer um Stillstand, sondern um Ruhe im Sinne von leise oder still. Interessant wird es auch mit Familien und Freunden. Hierbei ist eine gute Kombination schon fast voraus gesetzt.

Wie lange sollte unsere Erholungsphasen dauern?     

Hierfür gibt es keine allgemeingültige Lösung. Auf die Länge des Urlaubs kommt es für den Stressabbau nicht unbedingt an. Der Erholungseffekt kann schon nach ein paar Tagen genauso gut eintreten. Hier kommt es darauf an, eine gute Zeit zu haben. Das mag für jeden anders ausfallen, nicht alles ist für jeden gleich Erholung. Je intensiver die berufliche Belastung und je länger die Stressphase, desto mehr Zeit braucht man für die Erholung. Schichtarbeitende und vor allem Nachtschichtarbeitende benötigen unter Umständen länger als Tagschichtarbeiter. Hier sollte berücksichtig werden, dass die umstell Phasen von Nacht auf Tagrhythmus eingerechnet werden.  Bei der täglichen Erholung können schon 20 Minuten Entspannung helfen. Bei Freischichten oder Kurzurlaub, sollten es schon 1- 2 Tage sein. Bei längeren Auszeiten sind 14 – 21 Tage ideal. Ob ein längerer Urlaub oder mehrere kürzere aufs Jahr verteilt sinnvoller sind, muss jeder für sich entscheiden.   

Wie plane ich den Wiedereinstieg?

Wichtig ist zu beachten, dass der Wiedereinstieg nicht zu stressig beginnt. Der Start von 0 auf 100% geht meist in die Hose, hier verpufft die Erholung innerhalb von wenigen Tagen.  Schichtarbeitende könnten versuchen, die Arbeitsbelastung in den ersten Tagen nach dem Urlaub erst einmal gering zu halten. Eine Möglichkeit wäre mit den Tagschichten zu beginnen, bzw. den Arbeitsblock nach hinten heraus zu verkürzen. Auch Termine, Besprechungen und Schulungen, sollten idealerweise nicht in die ersten Tage vollgepackt werden.     

In dem Sinne: Eine gute Erholungsphase und einen schönen Urlaub.